Geschichte
Mitteldeutschland zu Gast in Greppin
Ein Traditionsreiches Turnier feiert 54. Auflage
Ein kleiner Ort in der Mitte von Sachsen-Anhalt, unweit vom Chemiepark Bitterfeld/Wolfen, ist am ersten Maiwochenende (30.04-02.05.2010) zum 54. Mal Dreh- und Angelpunkt der mitteldeutschen Reitsportszene. Der RV Greppin e.V. hält an seiner Tradition fest und veranstaltet auch 2010 ein Turnier, welches in der Umgebung seines gleichen sucht. 1600 Starts mit Reitern aus elf Bundesländern, an vier Veranstaltungstagen bewiesen bereits in der Vergangenheit die Beliebtheit und Größe des Turniers, an welchem auch schon Ostdeutschlands erfolgreichster Springreiter und Sieger des Hamburger Derbys (2000) Holger Wulschner teilgenommen hat.
Auf dem in DDR-Zeiten angelegten Turniergelände finden Reiter und Pferde eine perfekt vorbereite Veranstaltung. Ein großer Rasenplatz, der das ganze Jahr über gehegt und gepflegt wurde, bietet den Springreitern beste Vorraussetzungen um in Springprüfungen bis zur schweren Klasse ihr zu beweisen. Als finale Prüfung findet am Sonntagnachmittag das S*-Springen im Großen Preis der Köthener Brauerei statt. Zudem ist das Turnier auch Austragungsort diverser Qualifikationen.
Aber auch die Dressurreiter kommen auf diesem großen Turnier nicht zu kurz. Das 2007 renovierte Dressurviereck (Sand) bietet ihnen sehr gute Bedingungen um sich in Dressurprüfungen der schweren Klasse mit ihren Konkurrenten zu messen. Um auch der Dressurreiterjugend eine Plattform zu bieten, veranstaltet der Verein eine Juniorenprüfung der Klasse S.
Geht am Abend die Sonne in der beeindruckenden Kulisse des Chemieparkes unter, ist dies in Greppin noch lange kein Grund, das Ende der letzten Prüfung zu erwarten. Im Licht einer 20.000 Watt starken Flutlichtanlage erstrahlen die Hindernisse auf dem großen Hauptplatz und werden für die Reiter der Flutlichtspringprüfungen sichtbar. Um die Action noch etwas zu erhöhen erwartet die Besucher eine Fahrprüfung. Schnelle Gespanne werden den Platz stürmen um in Bestzeit den Parcours zu beenden. Auch dies ist ein Highlight des Turniers, welches von den zahlreichen Zuschauern gern angenommen wird. Nachdem der letzte Reiter und die letzte Kutsche den Parcours verlassen haben, findet der Abend noch immer kein Ende. An zwei Tagen werden die Aktiven, Helfer, Vereine und das Publikum in das beheizte Festzelt oder auf das Open-Air Gelände unseres Country- und Westernvereines geladen, um während der Abendveranstaltungen Geselligkeit zu genießen und den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.

Das Turnier auf dem traditionsreichen Gelände hat seine Wurzeln in den 70er Jahren. Dem ersten kleineren Turnier 1976 mit Prüfungen bis zur leichten Klasse folgte 1978 die erste Bezirksmeisterschaft des Bezirkes Halle. In Prüfungen der mittelschweren und schweren Klasse bewiesen zahlreiche Reiter auf dem speziell für Turniere angelegten Platz ihr Können. Natürlich durften bei diesen Veranstaltungen die Mitglieder des hiesigen Reitvereins nicht fehlen und so nahmen unter Anleitung von Gerhard Schmidt seine Schützlinge Edeltraud Schmidt, Reinhard Jahn und Joachim Schunke an den Prüfungen erfolgreich teil. Reinhard Schmidt, Mitbegründer des ursprünglichen Reitvereins und offizieller Trainer des damaligen Bezirkes förderte und trainiert seine Schüler, die zahlreiche Platzierungen und Siege verbuchen konnten. Seine Tochter Edeltraud, welche heute als Trainerin aktiv ist, schaffte es sogar in den B-Kader der DDR und vertrat diese unter anderem bei großen Turnieren in Ungarn und anderen osteuropäischen Staaten. Auch bei Teilnahmen an den DDR-Meisterschaften konnte sie gute Platzierungen verbuchen.
Somit kann der Verein auf eine langjährige und erfolgreiche Tradition sowohl im Aktiven Sport, als auch aus Veranstaltersicht verweisen und freut sich im Jahr 2010 wieder viele Teilnehmer und Besucher auf dem Turniergelände begrüßen zu dürfen.